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 Finanzen
Kengoo ( Gast )
Beiträge:

21.11.2008 00:14
Finanzen - Abgeltungssteuer ab 2009 Zitat · antworten

Abgeltungssteuer - Die Besteuerung von Kapitalerträgen durch die neue Abgeltungssteuer ab 2009
Mit der Zustimmung des Bundesrates zum Unternehmenssteuerreformgesetz im Jahre 2008 vom 06. Juli 2007 ist auch die Abgeltungssteuer beschlossene Sache. Ziel der Abgeltungssteuer 2009 ist es, alle Kapitalerträge, die im privaten Bereich anfallen, steuerlich einheitlich zu behandeln.


So werden in Zukunft nahezu alle entsprechende Zuwächse mit einem homogenen und pauschalisierten Steuersatz von 25 % (zzgl. Solidaritätszuschlag und ggf. Kirchensteuer) belegt.

Die Einführung der Abgeltungssteuer ab 2009 soll die Attraktivität und Wettbewerbsfähigkeit des Finanzplatzes Deutschland verbessern. Ein besonderer Vorteil für internationale Investoren ist hierbei in der anonymen Besteuerung im Quellland sowie in dem, im internationalen Vergleich wettbewerbsfähigen, Steuersatz zu sehen.

Aber auch für den heimischen Kapitalanleger lassen sich einige Vorteile identifizieren. So sind Vereinfachungen zum Einen aufgrund der einheitlichen Behandlung verschiedener Formen der Kapitalanlage festzustellen. Zum Anderen müssen sich private Anleger im Rahmen ihrer Steuererklärung nicht mehr zwangsläufig mit den steuerlichen Aspekten der Kapitalanlage auseinandersetzen, da die Steuerschuld bereits mit der Abführung der Abgeltungssteuer (zzgl. Solidaritätszuschlag und ggf. Kirchensteuer) durch die inländische Zahlstelle (Kreditinstitut, Depotbank des Kunden etc.) abgegolten ist.

Jedoch bringt die Abgeltungssteuer 2009 nicht ausschließlich positive Neuerungen mit sich. Hierbei ist eine differenzierte Betrachtung des individuellen Anlegers bzw. der jeweiligen Anlageform vorzunehmen. Um dennoch von den Chancen dieser Reform zu profitieren ist es sinnvoll sich intensiv mit den kommenden Neuerungen auseinanderzusetzen. Einige bedeutende Eckpunkte der Reform werden im Folgenden dargestellt:

Welche Einkünfte sind von der Abgeltungssteuer ab 2009 betroffen?

Grundsätzlich werden alle Einkünfte aus Kapitalvermögen der Abgeltungssteuer unterworfen. Hierunter fallen insbesondere Zinserträge aus Geldeinlagen bei Kreditinstituten, Kapitalerträge aus Forderungswertpapieren, Dividenden, Erträge aus Investmentfonds oder Termingeschäfte und auch Zertifikatserträge. Darüber hinaus sind Gewinne aus privaten Veräußerungsgeschäften, insbesondere bei Wertpapieren, Investmentanteilen und Beteiligungen an Kapitalgesellschaften betroffen.

* Alle Einkünfte aus Kapitalvermögen
* Zinserträge aus Geldanlagen
* Kapitalerträge aus Forderungswertpapieren
* Dividenden
* Erträge aus Investmentfonds und Termingeschäften
* Erträge aus Zertifikaten und anderen Finanzinnovationen
* Erträge aus privaten Veräußerungsgeschäften

Die Behandlung von Zinserträgen im Wege der neuen Abgeltungssteuer ab dem 01.01.2009

Erwirtschaftet ein Anleger Zinseinkünfte (z.B. aus Spareinlagen, Festgeldern, festverzinslichen Wertpapieren) hat er diese aktuell im Jahr des Zuflusses mit seinem persönlichen Steuersatz zu versteuern. Die im Zeitpunkt des Zuflusses durch eine inländische Zahlstelle abgeführte Zinsabschlagsteuer i.H.v. 30 % (zzgl. 5,5 % Solidaritätsbeitrag), als Sonderform der Kapitalertragssteuer, wird bei der Einkommensteuerveranlagung wie eine Steuervorauszahlung behandelt und im Zuge der Einkommenssteuerfestsetzung mit der Steuerschuld verrechnet.

Mit Einführung der Abgeltungssteuer werden Zinserträge von Privatpersonen im Zuflusszeitpunkt mit einem Steuersatz von 25 % (zzgl. Solidaritätszuschlag und ggf. Kirchensteuer) belegt. Die Steuerschuld ist damit abgegolten. Eine Veranlagung zum persönlichen Steuersatz ist nur dann sinnvoll, wenn dieser geringer ist als der genannte Abgeltungssteuersatz. Somit erhöht sich die Attraktivität von Zinsengagements ab 2009 insbesondere für Kunden deren persönlicher Steuersatz über den 25 % liegt.

Abgeltungssteuer - Dividenden (Wegfall des Halbeinkünfteverfahrens) und ihre Besteuerung

Das Halbeinkünfteverfahren ist eine Methode zur steuerlichen Entlastung von Einnahmen aus Unternehmensengagements und gilt seit 2001 bzw. 2002 für ausländische und inländische Beteiligungen privater Investoren und Personenunternehmen an Kapitalgesellschaften.

Das Halbeinkünfteverfahren sollte die steuerlichen Nachteile beseitigen, welche sich dadurch ergaben, dass von 2002 an deutsche Aktionäre, die bereits vom Unternehmen abgeführte Körperschaftssteuer, nicht mehr auf ihre persönliche Steuerschuld anrechnen konnten.

Das Halbeinkünfteverfahren findet aktuell insbesondere Anwendung in Bezug auf Dividendenzahlungen sowie auf Veräußerungsgewinne bei in- und ausländische Aktien, Aktienfonds und Leerverkäufe und mindert somit die entsprechenden steuerpflichtigen Einkünfte um die Hälfte.

Nicht unter das Halbeinkünfteverfahren fallen Erträge aus Optionsscheine, Zertifikate, Termingeschäfte, Derivate und Zertifikate (selbst wenn sie auf Aktienindizes basieren), Futures und Aktienanleihen. Der Grund liegt in der Stellung als Kapitalgeber; Aktionäre sind am Eigenkapital der Gesellschaft beteiligt und daher in besonderer Weise vom Erfolg des Unternehmens abhängig. Einkünfte der Fremdkapitalgeber dagegen müssen voll versteuert werden.


Quelle: http://www.abgeltungssteuer.com/

 Sprung  

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